Einrichtungsausstattung
Teil von Einrichtungsausstattung Pflege: Normen, Einkauf und Instandhaltung
Checkliste für die Grundausstattung eines Pflegezimmers
Grundausstattung Pflegezimmer: Checkliste mit Bett, Matratze, Nachttisch, Rufanlage, Normen, Stückzahlen und Beispielpreisen in Euro inklusive Mehrwertsteuer.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Zur Grundausstattung zählen acht Positionen: Bett, Matratze, Nachttisch, Schrank, Sitzmöglichkeit, Rufanlage, Notrufsystem und Desinfektionsmittelspender.
- Pflegebetten sind Medizinprodukte und benötigen eine Konformitätsbewertung nach der MDR.
- Rufanlagen werden nach DIN VDE 0834 mit mindestens zwei Auslösern je Zimmer geplant.
- Beispielpreise liegen je Zimmer zwischen rund 2.000 und 6.000 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer.
Was in jedes Zimmer gehört
Die Grundausstattung eines Pflegezimmers richtet sich nach der täglichen Pflegepraxis. Jede Tätigkeit vom Betten über die Körperpflege bis zur Mahlzeit braucht einen festen Platz. Deshalb gilt eine feste Stückzahl je Zimmer, unabhängig von der Größe der Einrichtung. Zur Grundausstattung Pflegezimmer zählen acht Positionen in gleichbleibender Menge.
Pro Zimmer bedeutet das: ein Pflegebett, eine dazu passende Matratze, ein Nachttisch, ein abschließbarer Kleiderschrank, ein bis zwei Sitzmöglichkeiten, mindestens zwei Rufauslöser, eine Anbindung an das Notrufsystem und zwei Desinfektionsmittelspender. Eine Nachttischlampe und eine Halterung für Getränk und Brille ergänzen die Liste.
Stückzahlen, Normen und Beispielpreise
Die Preise hängen von Ausführung, Ausschreibung und Lieferumfang ab. Die Tabelle nennt Richtwerte je Zimmer, einschließlich 19 Prozent Mehrwertsteuer und ohne Montagekosten. Sie eignet sich als Grundlage für den Vergleich eingehender Angebote.
Pflegebetten gelten als Medizinprodukte. Die europäische Medizinprodukteverordnung 2017/745 regelt Konformitätsbewertung und CE-Kennzeichnung. Für verstellbare Betten gilt zusätzlich die Norm EN 1970. Herstellerangaben zu Modellen und Normen finden sich in den Produktinformationen zu Pflegebetten und Normen.
| Position | Menge je Zimmer | Norm oder Vorgabe | Beispielpreis inkl. 19 % MwSt. |
|---|---|---|---|
| Pflegebett, elektrisch verstellbar | 1 | EN 1970, Medizinprodukt nach MDR | 900 bis 2.500 Euro |
| Matratze, passend zum Bett | 1 | Wechseldruck optional | 150 bis 650 Euro |
| Nachttisch, höhenverstellbar | 1 | standsicher | 150 bis 350 Euro |
| Kleiderschrank, abschließbar | 1 | zwei Türen | 250 bis 600 Euro |
| Sitzmöglichkeit, Sessel oder Stuhl | 1 bis 2 | mit Armlehne und Bremse | 200 bis 800 Euro |
| Rufanlage mit Auslösern | 2 Auslöser | DIN VDE 0834 | 300 bis 900 Euro |
| Notrufsystem, Anbindung ans Dienstzimmer | 1 | DIN VDE 0834 | 200 bis 600 Euro |
| Desinfektionsmittelspender, Wandmontage | 2 | Hygieneplan nach § 36 IfSG | 30 bis 90 Euro |
Beispielrechnung: Bett 1.400 Euro, Matratze 300 Euro, Nachttisch 200 Euro, Schrank 400 Euro, Sessel 350 Euro, Rufanlage 600 Euro, Notruf-Anbindung 300 Euro und zwei Spender 120 Euro ergeben 3.670 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer.
Rufanlage und Notrufsystem planen
Rufanlage und Notrufsystem sind zwei Gewerke, die im Alltag zusammenwirken. Die Rufanlage im Zimmer besteht aus mindestens zwei Auslösern: einem Handruf am Bett und einem Zugtaster im Sanitärbereich. Das Notrufsystem führt jeden Ruf an eine ständig besetzte Stelle, etwa das Dienstzimmer oder ein Mobiltelefon im Dienst.
DIN VDE 0834 beschreibt Planung, Errichtung und Betrieb solcher Anlagen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und vergleichbaren Einrichtungen. In der Ausschreibung sind Auslöser, Lichtrufsäule, Anbindung und Protokollierung einzeln zu benennen.
Desinfektionsmittelspender und Hygiene
Die Hygienevorgaben ergeben sich aus dem Hygieneplan der Einrichtung nach § 36 Infektionsschutzgesetz. Bewährt haben sich zwei Spender je Zimmer: einer im Eingangsbereich, einer am Waschbecken oder Pflegearbeitsplatz. Spender mit Einhandbedienung und nachfüllbaren Kartuschen senken die laufenden Kosten. Welche Anforderungen an Ausstattung und Arbeitssicherheit in Pflegeeinrichtungen gelten, bündelt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung.
Beschaffung in fünf Schritten
- Bedarf je Zimmer festlegen und die Stückzahlen aus dem Wohnbereichskonzept ableiten.
- Medizinprodukte-Eigenschaften und Normen prüfen, etwa MDR, EN 1970 und DIN VDE 0834.
- Angebote nach Preis, Lieferzeit, Montage und Ersatzteilversorgung vergleichen.
- Hygiene- und Arbeitsschutzanforderungen mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit abstimmen.
- Prüffristen und Betreiberpflichten nach der Medizinprodukte-Betreiberverordnung im Ausstattungsverzeichnis hinterlegen.
Häufige Fragen
Wie viele Desinfektionsmittelspender gehören in ein Pflegezimmer?
Üblich sind zwei Spender je Zimmer, einer im Eingangsbereich und einer am Waschbecken oder Pflegearbeitsplatz. Maßgeblich ist der Hygieneplan der Einrichtung.
Welche Normen gelten für Pflegebetten und Rufanlagen?
Pflegebetten fallen unter die MDR und die Norm EN 1970. Rufanlagen und Notrufsysteme werden nach DIN VDE 0834 geplant und errichtet.
Was kostet die Grundausstattung eines Pflegezimmers?
Rechnen Sie mit 2.000 bis 6.000 Euro je Zimmer inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Montage, Anbindung an die Haustechnik und laufende Verbrauchskosten kommen hinzu.
Wer kümmert sich um Prüfung und Wartung?
Der Betreiber. Prüffristen und Betreiberpflichten für Medizinprodukte regelt die Medizinprodukte-Betreiberverordnung, Arbeitsschutzthemen begleitet die Fachkraft für Arbeitssicherheit.