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Kosten für Pflegesoftware in Pflegebetrieben berechnen

Kosten für Pflegesoftware berechnen: Beispielrechnung für Lizenzen, Einführung, Schulung, Server und Support inklusive MwSt., Laufzeiten und Anbieterquellen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einmalige Einführung und laufende Lizenz sind zwei getrennte Kostenblöcke.
  • Schulung, Serverbetrieb und Support erhöhen den Arbeitsplatzpreis deutlich.
  • Vertragslaufzeit, Preisgleitklausel und Kündigungsfrist binden Liquidität über Jahre.
  • Zeitersparnis allein amortisiert die Software selten.

Einmalige Einführung und laufende Lizenzen trennen

Kosten für Pflegesoftware entstehen in zwei Blöcken: einmalig bei der Einführung und dauerhaft im Betrieb. Wer nur den Monatspreis pro Arbeitsplatz vergleicht, unterschätzt die Gesamtkosten erheblich.

Zur Einführung gehören Stammdatenaufbau, Übernahme der Bewohnerakten, Schnittstellen zu Abrechnung und Lohnbuchhaltung sowie Testläufe. Für eine Einrichtung mit 40 bis 80 Beschäftigten sind dafür je nach Datenmenge und Modulumfang mehrere tausend Euro einzuplanen. Dazu kommt interner Projektaufwand Ihrer Verwaltung, oft zwischen 40 und 120 Arbeitsstunden.

Der Modulumfang bestimmt den Preis stärker als die Zahl der Arbeitsplätze. Pflegedokumentation, Dienstplanung, Abrechnung nach SGB XI und Lohnschnittstellen sind einzeln kalkulierte Bausteine. Fragen Sie jedes Modul einzeln ab und lassen Sie sich die Preise schriftlich geben.

opta data bündelt Software, Abrechnung und Services für Pflegeberufe in einem Paket. Solche Pakete verkürzen die Einführung, binden aber an einen Anbieter und erschweren einen späteren Wechsel.

Beispielrechnung für 40 Arbeitsplätze über 36 Monate

Die folgende Rechnung nutzt angenommene Werte, keine Angebotspreise einzelner Anbieter. Sie zeigt, wie weit Listenpreis und Gesamtkosten auseinanderliegen.

Kostenblock Annahme Kosten in 36 Monaten
Lizenz 45 Euro je Arbeitsplatz und Monat inkl. MwSt. 64.800 Euro
Einführung einmalig 8.000 Euro netto 9.520 Euro inkl. MwSt.
Schulung 2.400 Euro netto 2.856 Euro inkl. MwSt.
Serverbetrieb 250 Euro netto monatlich 10.710 Euro inkl. MwSt.
Support 12 Prozent der Jahreslizenz 7.776 Euro

Summe: rund 95.700 Euro über drei Jahre. Das sind etwa 66 Euro pro Arbeitsplatz und Monat inklusive MwSt. Der reine Lizenzpreis liegt bei 45 Euro.

Schulung, Serverbetrieb und Support kalkulieren

Schulungen kosten zwischen 800 und 1.500 Euro netto pro Tag. Rechnen Sie mit mindestens einem Tag für die Verwaltung und einem halben Tag je Wohnbereich, plus Auffrischung nach Updates.

Beim Serverbetrieb stehen zwei Wege offen. Die Cloud kostet meist zwischen 5 und 15 Euro netto je Arbeitsplatz und Monat. Eigene Hardware verlangt eine Investition im mittleren vierstelligen Bereich, dazu Administration und Ausfallsicherung.

Der Support läuft über einen Wartungsvertrag, häufig 15 bis 20 Prozent der Lizenzsumme jährlich. Prüfen Sie, welche Reaktionszeiten enthalten sind und was Zusatzmodule kosten.

Ein Wartungsvertrag ohne zugesagte Reaktionszeit ist wenig wert. Lassen Sie Reaktionszeit und Wiederherstellungszeit schriftlich fixieren. Bei Ausfall der Dienstplanung droht der Betrieb ohne Plan, und das kostet mehr als der Support.

Sicherheitsanforderungen sind kein Nebenthema: Der IT-Grundschutz des BSI für Verwaltungs- und Dienstplanungssoftware beschreibt, welche Anforderungen zu erfüllen sind.

Fördermittel, Laufzeit und Amortisation

Laufzeiten zwischen 12 und 60 Monaten sind üblich. Kurze Laufzeiten haben höhere Monatspreise, lange Laufzeiten senken den Preis, binden aber Kapital. Achten Sie auf automatische Verlängerung, Preisgleitklauseln und die Zahl inkludierter Arbeitsplätze.

Für die Größe Ihres Bedarfs liefern die amtlichen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu Pflegebedürftigen und Beschäftigten eine belastbare Grundlage.

Fördermöglichkeiten und Rahmenbedingungen nennt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz zur Digitalisierung von Verwaltungsprozessen.

Rechnen Sie die Amortisation nüchtern. Wer durch die Software monatlich 20 Arbeitsstunden spart und 35 Euro Vollkosten je Stunde ansetzt, gewinnt 700 Euro im Monat. Das sind 8.400 Euro im Jahr, während die Beispiellösung jährlich rund 31.900 Euro kostet. Die Zeitersparnis deckt also nur einen Teil. Den Rest müssen weniger Abrechnungsfehler und vollständigere Pflegedokumentation tragen.

Ein Wechsel allein wegen des Listenpreises rechnet sich selten. Die Einführung bindet internes Personal, und ein Umstieg mitten in der Abrechnungsperiode erzeugt Fehler. Vergleichen Sie die Gesamtkosten über die volle Laufzeit, nicht den Monatspreis.

Checkliste für den Angebotsvergleich

  • Lizenzpreis je Arbeitsplatz und Monat inklusive MwSt.
  • Einmalige Einführungskosten mit Leistungsverzeichnis.
  • Schulungstage, Ort und Auffrischung nach Updates.
  • Serverbetrieb, Backup und Wiederherstellungszeit.
  • Laufzeit, Kündigungsfrist und Preisgleitklausel.

Häufige Fragen

Was kostet Pflegesoftware pro Arbeitsplatz und Monat?

Kleine Systeme starten bei rund 20 Euro inklusive MwSt., Komplettsysteme mit Abrechnung und Dienstplanung liegen häufig zwischen 40 und 70 Euro. Hinzu kommen Einführung, Schulung und Support.

Welche Vertragslaufzeit ist üblich?

Verbreitet sind 12, 24, 36 und 60 Monate. Der Arbeitsplatzpreis sinkt mit der Laufzeit, die Kündigungsfrist liegt meist bei drei bis sechs Monaten zum Laufzeitende.

Wie hoch sind die einmaligen Einführungskosten?

Für mittlere Einrichtungen sind mehrere tausend Euro realistisch, abhängig von Datenübernahme und Schnittstellen. Dazu kommt interne Arbeitszeit.

Lohnt sich die Software betriebswirtschaftlich?

Nur mit mehreren Effekten zugleich: weniger Abrechnungsfehler, kürzere Verwaltungszeiten, belastbare Pflegedokumentation. Rechnen Sie den Nutzen pro Jahr aus, nicht nur den Listenpreis.

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