Elektrisches Pflegebett mit Seitenteilen und verstellbarer Liegefläche im Pflegezimmer
Bild: Pflegegewerbe

Einrichtungsausstattung

Teil von Einrichtungsausstattung Pflege: Normen, Einkauf und Instandhaltung

Pflegebetten im Vergleich: Anbieter und Normen für Deutschland

Pflegebetten im Vergleich: Normen wie DIN EN 60601-2-52, Traglasten und Preise in Euro inklusive MwSt. sowie Anbieter von Stiegelmeyer bis Burmeier.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Pflegebetten sind Medizinprodukte und fallen unter die MDR, die Verordnung (EU) 2017/745.
  • DIN EN 60601-2-52 regelt Seitenteile, Spaltmaße und Antriebe medizinischer Betten.
  • Den Markt prägen Stiegelmeyer, Wissner-Bosserhoff, Invacare, Drive DeVilbiss und Burmeier.
  • Übliche Preise reichen von 800 Euro für mechanische Modelle bis 8.000 Euro für Komfortbetten, jeweils inklusive Mehrwertsteuer.
  • Zulässige Patientengewichte liegen je nach Baureihe zwischen 120 und 250 Kilogramm.

Normen: MDR, DIN EN 60601-2-52 und Betreiberpflichten

Pflegebetten sind Medizinprodukte. Für sie gilt die Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte, kurz MDR, seit dem 26. Mai 2021 vollständig. Hersteller führen eine Konformitätsbewertung durch und kennzeichnen das Bett mit CE-Zeichen und eindeutiger Produktkennung.

Die Europäische Kommission fasst die Pflichten der MDR in ihrem Überblick zu Medizinprodukten zusammen. Einkäufer prüfen vor der Bestellung Konformitätserklärung, CE-Kennzeichnung und die angegebene Gewichtsklasse.

Produktseitig ist DIN EN 60601-2-52 der zentrale Maßstab. Die Norm gilt für medizinische Betten und nennt Anforderungen an Seitenteile, Spaltmaße am Liegeflächenrahmen, Belastbarkeit und elektrische Antriebe.

Im Betrieb kommt die Medizinprodukte-Betreiberverordnung hinzu. Betreiber setzen Betten bestimmungsgemäß ein, beachten Herstellerangaben zu Wartung und Prüffristen und dokumentieren die Kontrollen.

Anbieter im Vergleich

Rund fünf Millionen pflegebedürftige Menschen zählt die amtliche Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes. Entsprechend groß ist der Bestand an Pflegebetten in Heimen, Kliniken und Privathaushalten. Den Markt teilen wenige Hersteller mit unterschiedlicher Ausrichtung.

Struktur

Stiegelmeyer
Herford, Nordrhein-Westfalen
Wissner-Bosserhoff
Wickede (Ruhr)
Invacare
US-Gruppe mit deutscher Vertriebsgesellschaft
Drive DeVilbiss
US-Gruppe mit deutscher Vertriebsgesellschaft
Burmeier
Teil der Stiegelmeyer-Gruppe

Profil

Stiegelmeyer
Vollsortiment für Pflegeheime und Kliniken
Wissner-Bosserhoff
gehobenes Heimsegment, Betten mit Aufstehfunktion
Invacare
Homecare, Sanitätshäuser, Leihgeräte
Drive DeVilbiss
mittleres Preissegment
Burmeier
Häuslichkeit, Kurzzeitpflege, Pflegemöbel

Stiegelmeyer und Burmeier bedienen zwei Enden desselben Konzerns: Heime und Kliniken auf der einen, häusliche Pflege auf der anderen Seite. Burmeier führt Pflegebetten für die Häuslichkeit und weist dort Normbezüge aus. Wissner-Bosserhoff ist für elektrische Betten mit Aufsteh- und Sitzfunktion bekannt. Invacare und Drive DeVilbiss liefern überwiegend über Sanitätshäuser; bei beiden lohnt der Blick auf Ersatzteilverfügbarkeit und Servicenetze.

Traglasten und Preise je Bett inklusive Mehrwertsteuer

Die Traglast geben Hersteller als maximales Patientengewicht an. Marktüblich sind drei Klassen. Zubehör wie Aufrichter oder Transfersysteme verringert die nutzbare Zuladung. Vor der Bestellung lohnt eine Prüfung der Bodenfreiheit und der Stromanschlüsse im Zimmer.

BauartVerstellungPatientengewichtPreis je Bett inkl. 19 % USt.
StandardbettHandkurbel für Rückenlehne und Beine120 bis 150 kg800 bis 1.500 Euro
Elektrisches Pflegebettmotorisch für Höhe, Rücken und Beine150 bis 200 kg1.500 bis 3.200 Euro
Komfort- und Aufstehbettzusätzlich Aufsteh- und Sitzposition180 bis 250 kg3.500 bis 8.000 Euro

Im Geschäft mit Einrichtungen weisen Anbieter Preise meist netto aus. Aus 1.450 Euro netto werden mit 19 Prozent Umsatzsteuer 1.725,50 Euro brutto. Einrichtungen, deren Pflegeleistungen nach § 4 Nr. 16 UStG steuerfrei sind, können die Umsatzsteuer in der Regel nicht als Vorsteuer abziehen. Dann ist der Bruttopreis die entscheidende Kalkulationsgröße.

Rechenbeispiel: 25 Betten für einen Wohnbereich

Ein Angebot nennt 1.450 Euro netto je elektrischem Pflegebett, dazu 1.200 Euro netto für Lieferung, Montage und Einweisung. Das Beispiel rechnet mit 19 Prozent Umsatzsteuer.

  1. 25 Betten zu je 1.450 Euro netto ergeben 36.250 Euro netto.
  2. Lieferung und Montage kosten 1.200 Euro netto.
  3. Die Nettosumme beträgt 37.450 Euro.
  4. Bei 19 Prozent Umsatzsteuer kommen 7.115,50 Euro hinzu.
  5. Der Gesamtbetrag liegt bei 44.565,50 Euro, also 1.782,62 Euro je Bett inklusive Mehrwertsteuer.

Matratzen, Wartungsvertrag und Ersatzteile sind nicht enthalten. Diese Positionen gehören getrennt in den Angebotsvergleich.

Beschaffung in fünf Schritten

Pflegebetten werden direkt beim Hersteller, über Fachhändler oder im Ausschreibungsverfahren bezogen. Die Prüfschritte bleiben gleich.

  1. Bedarf klärenAnzahl der Betten, Gewichtsklasse der Bewohner, Anteil motorischer Verstellung, Zimmergrößen.
  2. Unterlagen prüfenKonformitätserklärung, CE-Kennzeichnung, Bezug auf DIN EN 60601-2-52, Angaben zu Traglast und Zubehör.
  3. Angebote vergleichenPreis je Bett inklusive Mehrwertsteuer, Lieferung, Montage, Einweisung, Wartung, Ersatzteilpreise.
  4. Teststellung nutzenMusterbett mit Pflegekräften und Haustechnik prüfen, Bedienung, Bremsen, Seitenteile, Reinigungsaufwand.
  5. Betrieb regelnRahmenvertrag, Reaktionszeiten im Service und Prüffristen nach Herstellerangabe dokumentieren.

Häufige Fragen

Welche Normen gelten für Pflegebetten in Deutschland?

Die MDR regelt das Inverkehrbringen, DIN EN 60601-2-52 die Produktsicherheit medizinischer Betten, die Medizinprodukte-Betreiberverordnung den Betrieb.

Wie hoch ist die Traglast eines Pflegebetts?

Marktüblich sind 120 bis 250 Kilogramm Patientengewicht, abhängig von der Baureihe. Maßgeblich ist die Herstellerangabe in der Gebrauchsanweisung und am Bett.

Was kostet ein Pflegebett inklusive Mehrwertsteuer?

Mechanische Standardbetten kosten 800 bis 1.500 Euro, elektrische Modelle 1.500 bis 3.200 Euro, Aufstehbetten 3.500 bis 8.000 Euro. Angebote für Einrichtungen sind meist netto, 19 Prozent kommen hinzu.

Worin unterscheiden sich die fünf großen Anbieter?

Stiegelmeyer und Burmeier decken Heime und Häuslichkeit ab, Wissner-Bosserhoff das gehobene Segment, Invacare und Drive DeVilbiss Homecare und das mittlere Preissegment.

Müssen Pflegebetten regelmäßig geprüft werden?

Ja. Betreiber prüfen Antriebe, Notabsenkung und Seitenteile nach Herstellerangaben und dokumentieren die Ergebnisse.

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