Dienstplanung
Teil von Dienstplanung in der Pflege: Schichtmodelle und Arbeitszeitregeln sicher planen
Schichtmodelle in der Pflege: 5 Wege zur fairen Besetzung
Fünf Schichtmodelle für die Pflege in Deutschland: Besetzung, Pausen, Qualifikationsmix und Kostenbeispiele in Euro pro Monat inklusive MwSt für Wohnbereiche.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Fünf Modelle: Früh-Spät, Zwölf-Stunden-Schicht, geteilter Dienst, Springerpool und selbstorganisierte Teams.
- Besetzung, Pausen und Qualifikationsmix entscheiden über rechtssichere Pläne.
- Beispielrechnungen weisen Zusatzkosten von 0 bis 3.600 Euro pro Modell und Monat inklusive 19 Prozent MwSt. aus.
- Das Arbeitszeitgesetz setzt Grenzen, der Betriebsrat bestimmt mit.
- Fairness entsteht aus klaren Regeln und nachvollziehbaren Ausgleichszahlungen.
Fünf Modelle mit Besetzung, Pausen und Qualifikationsmix
Die Übersicht ordnet die fünf Schichtmodelle Pflege nach Besetzung, Pausen, Qualifikationsmix und Zusatzkosten. Alle Beträge sind Beispielrechnungen und enthalten 19 Prozent MwSt.
| Modell | Besetzung pro Schicht | Pausen | Qualifikationsmix | Zusatzkosten je Kraft und Monat inklusive 19 Prozent MwSt. |
|---|---|---|---|---|
| Früh-Spät | 4 bis 5 Kräfte | 30 Minuten | 1 Fachkraft, 2 Hilfskräfte, 1 Auszubildende | 0 Euro |
| Zwölf-Stunden-Schicht | 2 bis 3 Kräfte | 45 bis 60 Minuten | 2 Fachkräfte | 240 bis 480 Euro |
| Geteilter Dienst | 3 Kräfte morgens, 3 abends | zweimal 15 Minuten und 30 Minuten | 2 Fachkräfte, 1 Hilfskraft | 60 bis 120 Euro |
| Springerpool | 1 bis 2 Springer je Haus | 30 Minuten | 1 Fachkraft, 1 Hilfskraft | 150 bis 300 Euro |
| Selbstorganisierte Teams | 4 Kräfte früh, 3 spät | 30 bis 45 Minuten | 5 bis 7 Kräfte im Team | 200 bis 400 Euro pro Team |
1. Früh-Spät-Modell: verlässliche Grundbesetzung
Das Früh-Spät-Modell teilt den Tag in zwei Blöcke. Im Frühdienst arbeiten in einem Wohnbereich mit 20 Bewohnern vier bis fünf Kräfte. Im Spätdienst sind drei bis vier Kräfte eingeteilt.
Pausen richten sich nach dem Arbeitszeitgesetz: 30 Minuten bei mehr als sechs Stunden, 45 Minuten bei mehr als neun Stunden. Der Qualifikationsmix umfasst mindestens eine Pflegefachkraft pro Schicht, dazu Pflegehilfskräfte und Auszubildende. Zusatzkosten entstehen nicht, solange die Dienste zwischen 6 und 20 Uhr liegen. Die Pausenregeln des Arbeitszeitgesetzes gelten für alle Modelle.
2. Zwölf-Stunden-Schicht: lange Dienste mit klaren Grenzen
Zwölf-Stunden-Dienste bündeln Früh- und Spätdienst. Pro Wohnbereich planen Leitungskräfte zwei bis drei Kräfte ein, darunter mindestens zwei Pflegefachkräfte. Die Pausen liegen bei 45 bis 60 Minuten und werden in zwei Abschnitte geteilt.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin empfiehlt, lange Dienste mit kurzen Erholungsphasen und festen Ausgleichstagen zu verbinden. Zulagen von 240 bis 480 Euro je Kraft und Monat inklusive 19 Prozent MwSt. sind üblich. Die arbeitswissenschaftlichen Hinweise der BAuA zur Arbeitszeitgestaltung helfen bei der Bewertung.
3. Geteilter Dienst: zwei Blöcke pro Tag
Beim geteilten Dienst arbeitet eine Kraft in zwei Blöcken, etwa von 6 bis 10 Uhr und von 16 bis 20 Uhr. Morgens sind drei Kräfte im Einsatz, abends ebenfalls drei.
Pausen fallen zweimal mit 15 Minuten an, dazu 30 Minuten bei einer Gesamtzeit über acht Stunden. Zwei Pflegefachkräfte und eine Pflegehilfskraft bilden den Qualifikationsmix. Wegegeld zwischen 60 und 120 Euro je Kraft und Monat inklusive 19 Prozent MwSt. gleicht zusätzliche Fahrten aus.
4. Springerpool: Ausfälle auffangen
Ein Springerpool hält ein bis zwei Kräfte pro Haus vor. Sie springen in zwei bis drei Wohnbereichen ein und decken kurzfristige Ausfälle ab.
Die Pausen richten sich nach dem jeweiligen Einsatz und betragen mindestens 30 Minuten. Als Qualifikation ist eine Pflegefachkraft mit Einarbeitung in zwei Bereichen sinnvoll, ergänzt durch eine Pflegehilfskraft. Der Poolzuschlag liegt bei 150 bis 300 Euro je Kraft und Monat inklusive 19 Prozent MwSt. Das BMAS beschreibt in seiner Praxisreihe zur Fachkräftesicherung, wie Betriebe mit flexiblen Beschäftigungsformen Personal binden.
5. Selbstorganisierte Teams: Planung in der Gruppe
Selbstorganisierte Teams planen die Schichten innerhalb eines Rahmens selbst. Fünf bis sieben Kräfte legen gemeinsam fest, wer früh und wer spät arbeitet.
Die Besetzung bleibt verbindlich: vier Kräfte im Frühdienst, drei im Spätdienst, bezogen auf einen Wohnbereich mit 20 Bewohnern. Pausen von 30 bis 45 Minuten werden in der Gruppe abgestimmt. Der Betriebsrat hat bei Beginn und Ende der Arbeitszeit ein Mitbestimmungsrecht. Die Koordination kostet 200 bis 400 Euro pro Team und Monat inklusive 19 Prozent MwSt. Die Mitbestimmung des Betriebsrats bei der Dienstplanung regelt das Betriebsverfassungsgesetz.
Beispielrechnung: Zusatzkosten pro Monat inklusive MwSt.
Beispielrechnung für einen Träger mit 18 Vollzeitkräften, 8 Kräften im geteilten Dienst, 2 Springern und 3 selbstorganisierten Teams.
| Modell | Annahme | Zusatzkosten pro Monat inklusive 19 Prozent MwSt. |
|---|---|---|
| Früh-Spät | 18 Vollzeitkräfte ohne Zulagen | 0 Euro |
| Zwölf-Stunden-Schicht | 12 Kräfte, 30 Euro Zulage je Dienst, 10 Dienste | 3.600 Euro |
| Geteilter Dienst | 8 Kräfte, 80 Euro Wegegeld | 640 Euro |
| Springerpool | 2 Springer, 200 Euro Poolzuschlag | 400 Euro |
| Selbstorganisierte Teams | 3 Teams, 300 Euro Koordination | 900 Euro |
Die Summe der Beispielrechnung liegt bei 5.540 Euro pro Monat inklusive 19 Prozent MwSt. Früh-Spät verursacht keine Zusatzkosten, die anderen Modelle werden getrennt betrachtet. Wer mehrere Modelle kombiniert, muss die Beträge addieren.
Häufige Fragen
Welche Schichtmodelle eignen sich für kleine Wohnbereiche?
Für kleine Wohnbereiche mit 15 bis 20 Bewohnern eignen sich Früh-Spät und selbstorganisierte Teams. Beide halten die Besetzung planbar und lassen Pausen zu. Ein Springerpool ist nur sinnvoll, wenn mehrere Wohnbereiche zusammenarbeiten.
Wie viele Pausen sind bei einer Zwölf-Stunden-Schicht Pflicht?
Das Arbeitszeitgesetz schreibt bei mehr als neun Stunden 45 Minuten Pause vor. Viele Einrichtungen planen 60 Minuten, aufgeteilt in zwei Abschnitte. Die genaue Lage stimmt der Betriebsrat mit ab.
Was kostet ein Springerpool pro Monat?
Ein Springerpool kostet je nach Zuschlag 150 bis 300 Euro pro Kraft und Monat inklusive 19 Prozent MwSt. Bei zwei Springern sind das 300 bis 600 Euro. Hinzu kommen Einarbeitung und Dienstkleidung.
Wie viele Kräfte braucht ein selbstorganisiertes Team?
Ein Team umfasst fünf bis sieben Kräfte. Für einen Wohnbereich mit 20 Bewohnern plant es vier Kräfte im Frühdienst und drei im Spätdienst. Eine Koordinationskraft erhält 200 bis 400 Euro pro Monat inklusive 19 Prozent MwSt.